Simulation als Entscheidungsgrundlage für die Emulation der Steuerung
Ob eine neue Anlage nach dem Hochfahren wirklich läuft, wie geplant, entscheidet sich häufig erst auf der Baustelle, wenn Nacharbeiten am teuersten sind. Ein Praxisfall vom Rundholzplatz des Anlagenbauers HOLTEC zeigt, wie eine Emulation der SPS genau dieses Risiko vor dem Baustart absichert.
Ausgangslage: SPS-Programm ungetestet vor Baustart
Für einen Teilbereich des neuen Rundholzplatzes musste das SPS-Programm getestet und validiert werden, bevor die reale Anlage in Betrieb ging. Im Fokus stand dabei ein Materialfluss mit Auswurf in einen Bypass und anschließender Wiedereinschleusung, eine Steuerungslogik, die sich am Reißbrett kaum vollständig absichern lässt.
Drei Fragen, die vor dem Baustart geklärt werden mussten
- Funktioniert die SPS-Logik auch in den Randfällen, etwa beim Auswurf in den Bypass und der Wiedereinschleusung?
- Welche Fehler zeigen sich erst im Zusammenspiel von Steuerung und Materialfluss, nicht in der isolierten Prüfung einzelner Programmteile?
- Wie viel Zeit auf der Baustelle lässt sich sparen, wenn diese Fehler schon vorher behoben sind?
Der Simulationsansatz: Emulation statt Vertrauen auf Papier
SimPlan bildete den Materialfluss des Rundholzplatzes in Plant Simulation 16.0 vollständig ab und koppelte das Modell über PLCSIM Advanced 3.0 direkt mit der realen SPS-Software aus TIA Portal (Step 7) v16. Dadurch steuerte nicht ein vereinfachtes Testskript den Materialfluss im Modell, sondern exakt das SPS-Programm, das später auch auf der realen Anlage laufen sollte. Ausgewählte Fehler der SPS wurden dabei protokolliert und nachvollziehbar gemacht.
Ergebnisse: Fehler behoben, bevor die Anlage lief
Die Simulation deckte mehrere Fehler im SPS-Programm auf und ermöglichte deren Behebung, bevor die reale Anlage in Betrieb ging.
- Die Parametrierung des Systems erfolgte vollständig virtuell.
- Der untersuchte Teilbereich der SPS wurde komplett validiert.
- Die reale Inbetriebnahme auf der Baustelle war am Ende drei Tage schneller abgeschlossen.
Das übergeordnete Learning: Emulation zahlt sich projektübergreifend aus
Dieses Muster zeigt sich nicht nur bei HOLTEC. Bei einem Systemintegrator aus der Intralogistik bestätigte eine Emulation mit SAP/EWM-Kopplung das Exception-Handling einer neuen Anlage, bevor die reale Software-Inbetriebnahme startete, und blieb darüber hinaus als Test- und Schulungssystem im Einsatz. Bei einem Hersteller von Sicherheits- und Sensortechnik deckte eine Emulation der übergeordneten Steuerungseinheiten Protokollannahmen und Fehler auf, die in isolierten Softwaretests nicht sichtbar geworden wären.
Drei Fragen wiederholen sich dabei in nahezu jedem Projekt:
- Ist die Steuerungslogik wirklich vollständig geprüft, oder nur der Teil, der sich leicht testen lässt?
- Wie viele Fehler zeigen sich erst im Zusammenspiel mit anderen Systemen?
- Und wie viel Zeit auf der Baustelle ließe sich sparen, wenn diese Fehler schon vorher behoben wären?
Wer diese Fragen erst während der realen Inbetriebnahme beantwortet, zahlt dafür mit Stillstandszeiten auf der Baustelle, mit verspäteten Hochläufen oder mit Nacharbeiten unter Zeitdruck.
Planen Sie eine Emulation für Ihre Anlage?
Sprechen Sie mit unseren Experten, bevor Ihre SPS-Software auf der realen Anlage läuft. SimPlan begleitet Anlagenbauer und Betreiber von der Modellierung des Materialflusses bis zur validierten Steuerungslogik.
Weitere Fallstudien, Fachbeiträge und Praxisbeispiele finden Sie im SimPlan-Blog.




